Die ASR A3.5 zur Raumtemperatur beschreibt, welche Mindesttemperaturen und welche Maßnahmen bei Hitze in Arbeitsräumen als anerkannte Regeln der Technik gelten. Sie hilft Ihnen, Komfort, Gesundheitsschutz und Betriebsfähigkeit von Gebäuden planbar zu machen.

In der Praxis geht es selten nur um eine Zahl am Thermometer. Entscheidend sind Arbeitsart, Bekleidung, Luftbewegung, Sonneneinträge und die Frage, ob Ihre Heizung, Kühlung und Regelung die Temperaturen im Alltag stabil halten. Wir nutzen die ASR A3.5 deshalb als Leitplanke, um Raumklima-Anforderungen in Planung, Betrieb und Nachweisen sauber zu übersetzen.

  • ASR bedeutet Technische Regeln für Arbeitsstätten, sie konkretisieren die Arbeitsstättenverordnung.
  • Die ASR A3.5 nennt Mindesttemperaturen je nach Arbeitsbelastung und Körperhaltung.
  • Für hohe Raumtemperaturen sind abgestufte Maßnahmen relevant, nicht nur ein einzelner Grenzwert.
  • Messpunkt, Messhöhe und Betriebszustand entscheiden, ob Messwerte belastbar sind.
  • Technische Gebäudeausrüstung und Regelung bestimmen, ob Vorgaben im Betrieb tatsächlich eingehalten werden.

Was regelt die ASR A3.5 Raumtemperatur, und warum ist sie wichtig?

ASR steht für Technische Regeln für Arbeitsstätten. Diese Regeln werden im Umfeld der Arbeitsstättenverordnung veröffentlicht und beschreiben, wie Sie Schutzziele praktisch umsetzen. Wenn Sie sich an die ASR halten, können Sie in der Regel davon ausgehen, dass Sie die Anforderungen der Verordnung erfüllen, solange Ihr Anwendungsfall passt.

Die ASR A3.5 „Raumtemperatur“ behandelt vor allem zwei Situationen. Erstens, zu niedrige Temperaturen in Arbeitsräumen, mit Mindestwerten abhängig von der Arbeitsart. Zweitens, zu hohe Temperaturen durch Wetter, interne Lasten oder Sonneneintrag, mit einem Stufenmodell für geeignete Maßnahmen. Eine verlässliche Primärquelle ist die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, dort finden Sie die ASR im Originaltext: ASR A3.5 Raumtemperatur bei der BAuA.

Welche Mindesttemperaturen gelten typischerweise?

Für viele Projekte ist die Mindesttemperatur der erste Prüfpunkt, weil sie Heizlast, Auslegung und Betriebszeiten beeinflusst. Als häufig genutzte Orientierungswerte nennt die ASR A3.5 unter anderem:

  • 20 Grad Celsius bei leichter Arbeit im Sitzen
  • 19 Grad Celsius bei leichter Arbeit im Stehen oder Gehen
  • 17 Grad Celsius bei mittelschwerer Arbeit
  • 12 Grad Celsius bei schwerer Arbeit

Wichtig ist dabei die Logik dahinter: Je höher die körperliche Arbeit, desto niedriger darf die Lufttemperatur sein, weil der Körper mehr Wärme produziert.

Welche Schwellen sind bei Hitze relevant?

Bei hohen Temperaturen arbeitet die ASR A3.5 mit einem gestuften Vorgehen. Häufig genannt werden:

  • Ab 26 Grad Celsius prüfen Sie zusätzliche Maßnahmen, besonders wenn weitere Belastungen vorliegen (zum Beispiel direkte Sonneneinstrahlung).
  • Ab 30 Grad Celsius sollten Sie wirksame Maßnahmen umsetzen, organisatorisch, technisch oder beides.
  • Ab 35 Grad Celsius gilt ein Arbeitsraum ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen in der Regel nicht als geeigneter Arbeitsraum.

Wie setzen Sie die ASR A3.5 in Gebäuden praktisch um?

Wie messen Sie Raumtemperatur so, dass Werte belastbar sind?

Sie vermeiden Diskussionen, wenn Sie Messung und Bewertung von Anfang an sauber definieren. Achten Sie in der Praxis auf diese Punkte:

  • Messort: nicht direkt am Heizkörper, nicht im Zug an Türen, nicht in der Sonne am Fenster.
  • Messhöhe: passend zur Nutzung, bei sitzender Tätigkeit zählt die Zone am Arbeitsplatz, nicht die Decke.
  • Betriebszustand: messen Sie typische Zustände (Normalbetrieb, Spitzenbelegung, frühe Morgenstunden, Nachtauskühlung).
  • Zeitbezug: bei Hitze sind Tagesgänge entscheidend, Einzelmessungen „zufällig um 8 Uhr“ führen in die Irre.

Welche Maßnahmen sind bei zu niedrigen Temperaturen sinnvoll?

Wenn Arbeitsräume die Mindestwerte nicht stabil erreichen, liegt die Ursache oft nicht am Wärmeerzeuger allein. Aus unserer Planungssicht sind diese Schritte praxistauglich:

  1. Ursache eingrenzen: Ist es ein Anlagenproblem (Hydraulik, Regelparameter, Volumenstrom) oder ein Gebäudethema (Undichtigkeiten, ungedämmte Leitungen, kalte Oberflächen).
  2. Regelung prüfen: Zeitprogramme, Sollwerte, Nachtabsenkung, Aufheizoptimierung und Sperrzeiten passen oft nicht zur Nutzung.
  3. Verteilung und Übergabe bewerten: Heizflächen, Luftheizregister, Zonenbildung, damit nicht ein Bereich überheizt und der andere auskühlt.

Wenn Sie die Systemlogik von Heizung und Lüftung im Gebäude klarer einordnen möchten, hilft der Beitrag zu Heizung, Lüftung und Klima als System.

Welche Maßnahmen helfen bei zu hohen Raumtemperaturen?

Bei Hitze gewinnen Sie oft am meisten durch eine Kombination aus Sonnenschutz, Betriebsführung und Technik. Typische, wirksame Maßnahmen sind:

  • Sonnenschutz priorisieren: außenliegende Verschattung wirkt meist deutlich stärker als innenliegende Lösungen, weil sie Wärmeeintrag früher stoppt.
  • Nachtlüftung und freie Kühlung nutzen: wenn Gebäude und Sicherheit es zulassen, senkt das die Starttemperatur am Morgen.
  • Interne Lasten reduzieren: Beleuchtung, Geräte, Serverbereiche und Prozesse gezielt betrachten, auch kleine Dauerlasten addieren sich.
  • Regelstrategie anpassen: bei mechanischer Kühlung zählen Grenzwerte, Prioritäten und eine saubere Umschaltung zwischen Betriebsarten.

Bei allen Punkten entscheidet die Messung, Steuerung und Regelung. Wenn Sie das Zusammenspiel aus Sensorik, Automationslogik und Nachweis verstehen möchten, lesen Sie unsere Grundlagen zur Messung, Steuerung und Regelung.

Typische Szenarien aus dem Arbeitsalltag

Büro mit großen Glasflächen und Besprechungsräumen

Hier steigt die Temperatur oft nicht im Großraumbüro, sondern im Besprechungsraum mit hoher Belegung. Wenn Sonnenschutz und Luftmengen nicht mit der Nutzung mitgehen, erreichen Sie schnell 26 Grad Celsius und mehr. Planen Sie deshalb zonierte Regelung und klare Betriebsarten, zum Beispiel „Besprechung“, „Normalbetrieb“ und „leer“.

Produktionsnahe Bereiche mit Abwärme

In Fertigungsbereichen kommt Wärme aus Prozessen, nicht aus dem Wetter. Dann müssen Sie Prozesswärme, Lüftung und Hallenheizung zusammen betrachten. Trennen Sie Zonen, definieren Sie reale Betriebszustände und setzen Sie Messpunkte so, dass Sie Ursachen erkennen, statt nur „kälter zu stellen“.

Bestandsgebäude mit uneinheitlichen Nutzungen

Im Bestand passen Raumaufteilungen und Anlagenzonen oft nicht mehr zusammen. Dann hilft eine Bestandsaufnahme mit Messdaten und eine saubere Zuordnung von Zonen, Sollwerten und Zeiten. Als Orientierung zur ganzheitlichen Betrachtung der technischen Gebäudeausrüstung eignet sich dieser Überblick zur technischen Gebäudeausrüstung.

Was sollten Sie aus der ASR A3.5 Raumtemperatur für Ihr Gebäude mitnehmen?

Die ASR A3.5 gibt Ihnen klare Orientierungswerte für Mindesttemperaturen und ein gestuftes Vorgehen bei Hitze. Für eine belastbare Umsetzung brauchen Sie saubere Messpunkte, definierte Betriebszustände und eine Regelstrategie, die zur Nutzung passt. Wenn Sie Temperatur als Teil des gesamten Raumklimas behandeln, vermeiden Sie Komfortprobleme und bekommen Anforderungen, die im Betrieb tatsächlich halten.


Dieser Artikel wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz (KI) recherchiert und entworfen. Der Inhalt wurde anschließend von unserer Redaktion geprüft, überarbeitet und freigegeben.

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